Organisationsstrukturen in OSIRIS
Welche Möglichkeiten gibt es, Forschungsbereiche in OSIRIS abzubilden? Und welche Variante ist für welche Struktur sinnvoll? In diesem Beitrag möchte ich die beiden Möglichkeiten vorstellen und kurz erläutern, welche Vor- und Nachteile sie jeweils haben. Am Ende gebe ich eine kleine Entscheidungshilfe, die dir bei der Wahl der passenden Variante helfen soll.
Prinzipiell können in OSIRIS Forschungsbereiche auf zwei unterschiedliche Arten abgebildet werden. Welche Variante sinnvoll ist, hängt stark von der Struktur eures Instituts und dem gewünschten Auswertungsmodus ab.
1. Forschungsbereiche als eigene Entität (Querschnitt)
OSIRIS bietet Forschungsbereiche als eigenständige Entität an. Diese funktionieren als Querschnitt über die gesamte Organisation.
Ein Forschungsbereich kann verknüpft werden mit:
- Personen
- Organisationseinheiten (beliebiger Hierarchieebene)
- Aktivitäten
- Projekten
- Events
- weiteren Objekten
Die Verknüpfung ist flexibel und erfolgt direkt bei der Erstellung oder Bearbeitung der jeweiligen Objekte. Es ist auch möglich, dass ein Objekt mehreren Forschungsbereichen zugeordnet wird.
Wann ist das sinnvoll?
Diese Variante eignet sich besonders, wenn:
- Forschungsbereiche nicht streng hierarchisch zur Organisationsstruktur passen.
- Personen oder Projekte mehreren Forschungsbereichen angehören.
- Forschungsbereiche als strategische oder thematische Cluster definiert sind.
- Querschnittsauswertungen über verschiedene Einheiten hinweg gewünscht sind.
Beispiel
Ein Institut hat folgende Struktur:
- Abteilung A
- Abteilung B
Beide Abteilungen arbeiten teilweise im Forschungsbereich Klimawandel. Hier kann der Forschungsbereich „Klimawandel“ als eigene Entität angelegt und einzelnen Personen, Projekten oder Aktivitäten beider Abteilungen zugeordnet werden.
Vorteil: Flexible und präzise Zuordnung. Nachteil: Höherer Pflegeaufwand, da Zuordnungen aktiv vorgenommen werden müssen.
2. Forschungsbereiche über Organisationseinheiten abbilden
Alternativ können Forschungsbereiche direkt als Organisationseinheiten modelliert werden.
Dies ist besonders sinnvoll, wenn:
- Die Struktur klar hierarchisch ist.
- Personen eindeutig einem Forschungsbereich zugeordnet sind.
- Es keinen Diskussionsbedarf bei der Zuordnung gibt.
- Alle Aktivitäten automatisch dem Forschungsbereich der Person zugerechnet werden sollen.
Beispiel
Struktur:
- Forschungsbereich A
- Arbeitsgruppe 1
- Arbeitsgruppe 2
- Forschungsbereich B
Personen sind fest einem Forschungsbereich (bzw. einer darunterliegenden Einheit) zugeordnet. Alle Aktivitäten werden automatisch über die Organisationseinheit dem entsprechenden Forschungsbereich zugerechnet.
Vorteil: Weniger Pflegeaufwand, automatische Zuordnung. Nachteil: Weniger flexibel bei interdisziplinären oder themenübergreifenden Strukturen.
3. Auswertungen
Beide Varianten ermöglichen umfangreiche Auswertungen und haben jeweils sehr ähnlich strukturierte Übersichtsseiten.
Die gewünschte Auswertung:
„Welcher Forschungsbereich hat im Laufe des Jahres welche Aktivitäten angelegt?“
ist in beiden Varianten problemlos möglich.
- Bei Variante 1 erfolgt die Auswertung über die direkte Verknüpfung mit dem Forschungsbereich.
- Bei Variante 2 erfolgt die Auswertung über die Organisationseinheit (ggf. inklusive Hierarchie).
Technisch ist beides gleichwertig umsetzbar – entscheidend ist die organisatorische Logik im Institut.
4. Entscheidungshilfe
| Frage | Empfehlung |
|---|---|
| Sind Forschungsbereiche thematische Querschnitte? | Eigene Entität nutzen |
| Gehören Personen eindeutig zu einem oder mehreren Forschungsbereichen? | Organisationseinheiten nutzen |
| Erfolgt die Zuordnung der Forschung nur über die Zugehörigkeit der Personen? | Organisationseinheiten nutzen |
| Arbeiten viele Personen interdisziplinär? | Eigene Entität nutzen |
| Soll die Zuordnung möglichst automatisch erfolgen? | Organisationseinheiten nutzen |
5. Kurzfazit
- Hierarchische, stabile Struktur → Organisationseinheiten
- Thematische, flexible Struktur → Eigene Forschungsbereiche
Im Zweifel kann auch eine Mischform sinnvoll sein – wichtig ist vor allem, den Pflegeaufwand für die Forschenden realistisch einzuschätzen.